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Exkursion zur Digitalkonferenz in Ravensburg

Die Digitalisierung ist ein Megathema unserer Zeit. Um dem Austausch zwischen den digitalen Köpfen und den Gründern der Region eine Plattform zu geben, veranstaltet die Schwäbisch Media Digital seit 2016 die „bitzilla“ im Konzerthaus Ravensburg. In diesem Jahr besuchten auch 21 Studierende des Studiengangs Internet und Online-Marketing der Hochschule Ravensburg-Weingarten die Konferenz.

Der Geist, der bei dieser Konferenz vorherrschte, wurde bereits in der Eröffnungsrede von Jan Halpape, Geschäftsführer von Schwäbisch Media Digital, deutlich. Anstatt darum zu bitten, die Handys auszuschalten, forderte er das Publikum auf, den Abend live unter dem Hashtag „bitzilla17“ in allen sozialen Netzen zu kommentieren und zu diskutieren. Halpape stellte fest, die Deutschen bewegten sich bei diesem Thema derzeit zwischen „Panik und Euphorie“. Zum einen befürchteten viele den Verlust von Arbeitsstellen, während die junge Generation sich auf eine neue Arbeitswelt freue.

„Wir lieben es. Wir sehen uns darin, es ist Magie!“, beschrieb Ibrahim Evsan sein Smartphone im ersten Vortrag des Abends und traf damit direkt den Nerv der Zuhörer. „Sorgt dafür, dass eure Kollegen den digitalen Weg verstehen. Schmeißt die Menschen raus, die Bullshit Bingo spielen“, appellierte er vor allem an die junge Generation, die als digitale Experten Führungskräfte werden sollen. Evsan bemängelte, viele Unternehmen verfügten über keine digitale Strategie. „Viele Mitarbeiter kennen noch nicht mal Slack“. Schließlich riet er den Unternehmen, in den sozialen Netzwerken mehr Profil zu zeigen, und nicht nur als Marke aufzutreten. „Menschen folgen lieber Menschen als Marken.“

Anschließend sprach Dr. Antje von Dewitz, Geschäftsführerin des in Obereisenbach ansässigen Unternehmens Vaude Sports. Sie erklärte, dass ihr Unternehmen versuche die Digitalisierung und das Thema Nachhaltigkeit gemeinsam zu gestalten. Vorgefertigte Lösungen seien in diesem Bereich nicht zu erwarten und so müsse auch ein mittelständisches Unternehmen hier Pionierarbeit leisten. Von Dewitz zeigte, wie Unternehmen digitale Vertriebswege und Schnittstellen zu ihren Kunden und Händlern nutzen können.

Neuroinformatiker Dr. Michael Schmuker war extra aus London zur bitzilla angereist. Seine Reiseplanung von London über Frankreich bis zum Konzerthaus Ravensburg übernahm kein Reiseunternehmen, sondern Google Maps. „Vor 10 Jahren wäre das noch anders gewesen“, erklärte er dem Publikum. Aber Google Maps sei in der Reiseplanung inzwischen „übermenschlich“. Die Route von London nach Ravensburg wird per Auto, Zug oder Flugzeug angeboten, mit Angabe von Umstiegen, Reisedauer und ungefähren Kosten. Und das alles innerhalb von Sekunden. Die Überlegenheit der Maschinen sah Schmuker beispielsweise auch in der Gesichts- und Bilderkennung oder beim Autofahren. Zu den Bereichen, die durch diese Entwicklungen besonders betroffen sind und sich bald auch im Alltag verändern könnten, zählte er den medizinischen (Diagnostik) und den juristischen Bereich sowie die Spracherkennung. Für die Zukunft nannte er vor allem die selbst lernenden Systeme und die Robotik.

Für die Studierenden der Hochschule Ravensburg-Weingarten bot der Vortrag von Schmuker auch Informationen über neuronale Netze und Entscheidungsbäume – Themen, die sie in der Vorlesung Business Intelligence selbst kennen lernen.

Zum Schluss betrat Seriengründer, Start-Up-Investor und Gründercoach bei „Die Höhle der Löwen“ Felix Thönessen die Bühne. Er unterhielt sein Publikum mit einem Feuerwerk aus Gags, interessanten Start-Up-Erfolgs- und Misserfolgsgeschichten, Ratschlägen für die junge Generation und Anekdoten aus seinem Leben.

Die Studierenden waren sehr begeistert von der diesjährigen „bitzilla“ und – so war zu hören – möchten auch nächstes Jahr wieder dabei sein.

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Text: Moritz Haag/Katharina Koppenhöfer
Veröffentlicht am 23.10.2017