Exkursion zur Internet World Expo in München

Frank Thelen auf der Internet World Expo

Bereits im zweiten Jahr in Folge nahm der Studiengang „Internet und Online-Marketing“ an der Internet World Expo in München teil. 35 Studierende informierten sich in zwei großen Messehallen bei über 350 Ausstellern zu aktuellen Trends im Bereich Online-Marketing und Digitalisierung.

Das Vortragsprogramm der Messe bot mit über 100 Speakern in verschiedenen „Info-Arenen“ viel Gelegenheit sich zu aktuellen Themen der Digitalisierung und des E-Commerce aus erster Hand zu informieren. Die Hauptbühne, die sogenannte „Trend-Arena“, war dabei mit besonders prominenten Speakern besetzt. Den ersten Vortrag hielt Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der bayrischen Grünen und Oppositionsführerin im bayrischen Landtag. Sie plädierte für einen schnellen Ausbau der digitalen Infrastruktur, auch wenn man dafür Funkmasten errichten müsste. Sie verteidigte auch die DSGVO, die im Grundsatz gut sei, deren Einführung aber die Politik vermasselt habe.

Bis zum letzten Platz gefüllt war die TrendArena auch beim vielleicht prominentesten Speaker des Tages. Frank Thelen ging in seinem Vortrag „Raus aus der Komfortzone, rein in die Zukunft“ vor allem auf die nächsten 10 Jahre ein, die er als die herausforderndsten in der Menschheitsgeschichte bezeichnete. Bezüglich der Digitalisierung stünden Deutschland und die Welt am Nokia-Moment. Dies ist der Zeitpunkt zu dem man glaubt die aktuelle Technik werde noch lange der Standard sein, um im gleichen Moment von neuen Entwicklungen überrollt zu werden. KI, Blockchain & Smart Contracts, autonomes Fahren und mehr ergäben ein Zusammenspiel, das das alltägliche Leben komplett verändern werde. Thelen ging außerdem darauf ein, welche deutschen Unternehmen er deshalb als Investitionsobjekt ausgewählt habe und wie er sie zu Weltmarktführern ausbauen will.

Eines dieser Themen vertiefte im Anschluss Professor Sami Haddadin von der TU München. Er sprach über echte künstliche Intelligenz und darüber wie weit weg heutige Roboter, die hauptsächlich hinter Panzerglas in der Autoindustrie zum Einsatz kommen, von echter Intelligenz noch entfernt sind. Er stellte im Anschluss auch den intelligenten und mit Menschen interagierenden Roboterarm Franka vor, der es als eine der besten Innovationen 2018 sogar auf dem Cover des Time Magazine erschien.

Die Trendarena bot an diesem Tag noch viele weitere spannende Vorträge, vor allem zum Thema digitale Transformation und E-Commerce. So stellte Philipp Raub von b3ta das ungewöhnliche Konzept eines Ladens vor, in dem nichts direkt erworben, sondern nur ausprobiert und dann online bestellt werden kann. Dieses Kundenverhalten, das viele Einzelhändler als „Showrooming“ verteufeln ist bei dem Start-Up aus dem Silicon Valley das Geschäftsmodell. Auch Thorsten Schreib von Philipp Morris konnte von einem interessanten Wandlungsprozess erzählen. Während die Zahl der klassischen Raucher stets zurückgeht, entwickelte sich ein neuer Trend zu E-Zigaretten bzw. Verdampfern. Hierbei dürfen klassische Marken wie Marlboro, deren Marketingbudget bewusst vom Konzern auf 0 heruntergefahren wurde langsam sterben, während neue Marken aufgebaut werden.

Die Internet World Expo war für die Studenten auch in diesem Jahr eine wertvolle Erfahrung und die Exkursion ein voller Erfolg. Der Studiengang „Internet und Online-Marketing“ freut sich auf 2020.

Ereignishorizont Digitalisierung

Die Digitalisierung überrennt unsere Gesellschaft, Unternehmen, aber auch jeden Einzelnen von uns mit unvorstellbarer Dynamik und Wucht. Technologischer Fortschritt ist kaum mehr (be)greifbar – und gleichzeitig nie wieder so langsam wie heute! Dabei verliert Europa zunehmend den Anschluss, während in den USA und in China unnachgiebig technologische Standards gesetzt werden. Das alles macht vielen Menschen Angst.

Ein neues Blog des Wirtschaftsinformatik-Professors Bela Mutschler erklärt, wie radikal die Digitalisierung unser Leben tatsächlich verändert. Menschen neigen dazu, kurzfristige Veränderungen zu überschätzen und langfristige Veränderungen zu unterschätzen. Doch sind es gerade die langfristig durch die Digitalisierung ausgelösten ökonomischen und gesellschaftspolitischen Veränderungen, die Menschen neuartige Denkweisen aufzwingen und abverlangen, die uns aber auch nie gekannte Chancen eröffnen.

Auf der Website www.ereignishorizont-digitalisierung.de sind schon fast 30 Blogartikel zu finden – sortiert in vier verschiedenen Kategorien: Gesellschaftspolitik, Intelligente Maschinen, Future Shit und Business Input. Zuletzt wurden Themen aufgegriffen wie die Digitalisierung in China, die Digitalisierung der Medizin oder die Notwendigkeit einer fairen Digitalisierung. Auch die Bedrohung unserer Demokratie durch soziale Medien wurde bereits diskutiert.

Ziel des Blogs ist es die Digitalisierung in ihren Auswirkungen zu erklären und zu diskutieren – nicht zwingend wissenschaftlich, sondern so, dass wesentliche Zusammenhänge und Aspekte anschaulich anhand – auch von Beispielen – vermittelt werden. Es geht um Neuland-Missverständnisse, Gar-Nicht-So-Weit-Weg-Zukunftsfantasien, Nachdenkliches, aber auch Überraschendes aus der Welt der Digitalisierung. Sicher selektiv. Immer auch subjektiv! Ein Blog eben.

Zukünftig ist es geplant, auch spannende Beiträge von Gastautoren und Interviews mit Gestaltern der Digitalen Transformation zu veröffentlichen.

Wo die digitale Reise hingeht

Bereits zum sechsten Mal hat der Fachbereich Wirtschaftsinformatik der Hochschule Ravensburg-Weingarten zu seiner jährlich stattfindenden IT-Tagung eingeladen. In diesem Jahr stand das Thema Digitalisierung im Fokus. Vier Experten aus unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen berichteten von aktuellen Entwicklungen und diskutierten mit den interessierten Zuhörerinnen und Zuhörer darüber, wo die digitale Reise hingeht.

„Was wir heute erleben ist die nächste Stufe der digitalen Revolution, das Wirtschaftsleben wird sich grundsätzlich verändern.“ Mit diesen Worten eröffnete Professor Ekkehard Löhmann, Dekan der Fakultät Elektrotechnik und Informatik, die sechste IT-Tagung an der Hochschule in Weingarten. Welche Veränderungen zukünftig für unterschiedliche wirtschaftliche und gesellschaftliche Bereiche zu erwarten sind, darauf gingen die vier geladenen Referentinnen und Referenten in ihren Vorträgen genauer ein.

Tobias Riedel von der Robert Bosch GmbH in Heilbronn erklärte in seinem Vortrag „Automated Driving – Shaping the future of mobility“ die verschiedenen Formen des autonomen Fahrens. Anhand von zwei verschiedenen Modellen zeigte er auf, wie sich unsere Mobilität verändern könnte. Beim ersten Modell wird das Privatauto durch mehr Assistenzsysteme immer autonomer. Beim zweiten Modell gibt es das sogenannte Urban Automated Taxi: vollautomatisierte Taxis, die das Privatauto komplett ersetzen.

Im zweiten Vortrag widmete sich Evelyn Volz von den Wieland Werken aus Ulm in ihrem Vortrag „Smart Factory“ der Digitalisierung in der Fertigung. Mithilfe eines selbst programmierten MES Systems werden bei Wieland rund um die Uhr Maschinendaten erfasst und die erfolgreiche Produktion zahlreicher Halbzeuge gewährleistet. Das Unternehmen erforscht bereits den Einsatz von Smartwatches, Drohnen und Datenbrillen in der Fertigung, der Instandhaltung und anderen Bereichen der Produktion.

Anschließend gewährte Kerstin Straub vom Landesamt für Verfassungsschutz Baden-Württemberg Einblicke in die Welt der Cyberspionage. Sie erläuterte die Gefahren, die täglich auf Privatpersonen und Unternehmen lauern, ob im Internet oder auch mithilfe von Spionagewerkzeugen, wie zum Beispiel kleinen, hochauflösenden Digitalkameras.

Zum Abschluss der IT-Tagung sprach Dr. Steffen Ehrmann, Chief Data Officer von Schwäbisch Media, zum Thema Big Data bzw. Business Intelligence. Um der Entwicklung des schwindenden Printbereichs entgegenzuwirken, hat sich Schwäbisch Media zum Ziel gesetzt, das „fitteste“ Medienhaus zu werden. Um das zu erreichen, haben sie Daten gesammelt und ausgewertet. Er gab in seinem Vortrag auch einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Journalismus, wie ChatBots oder auch Roboter-Journalismus, die die Medienlandschaft komplett verändern werden.

Text: Moritz Haag/Franziska Mayer

Exkursion zur bitzilla 2018

Am 28.September 2018 fand im Konzerthaus Ravensburg zum dritten Mal die bitzilla statt, die Digitalisierungskonferenz der Schwäbisch Media AG. Der Studiengang „Internet und Online-Marketing“ war auch in diesem Jahr mit 20 Studenten vor Ort dabei.

Eröffnet wurde die bitzilla in diesem Jahr von Leo Klattenhof, der spannende Einblicke in die Fortschritte der Digitalisierung und den Arbeitsalltag eines Digital-Consultants gab. Im Anschluss sprach Professor Klaus Birk über „Design for Digital Literacy“. In einer Talkrunde erörterte Gastgeber Jan Halpape anschließend mit seinen Gästen die Frage, wie digital der Süden Deutschlands heutzutage schon ist. Hierbei wurden sowohl Missstände als auch Erfolge im oberschwäbischen Raum angesprochen. In den letzten beiden Vorträgen des Tages sprachen Professor Bela Gipp über Anwendungsfelder der Blockchain und Trendforscher Sebastian Rassmann über aktuelle Trends und Entwicklungen, die bald unseren Alltag bestimmen könnten.

Die bitzilla war auch in diesem Jahr wieder ein tolles Erlebnis für die Studierenden und der Studiengang „Internet- und Online-Marketing“ freut sich schon auf die bitzilla 2019.

Interview mit Bela Mutschler zum Thema Digitalisierung

Moritz Haag:

Hallo Bela. Klasse, dass du heute Zeit hast!

Bela Mutschler:

Hallo Moritz, schön, dass wir zusammensitzen! Ich freue mich, dass wir uns zum Thema Digitalisierung austauschen.

Moritz Haag:

Du beschäftigst Dich als Informatiker und Hochschullehrer jeden Tag mit der Digitalisierung. Viele Menschen stehen der Digitalisierung mit einem gewissen Ohnmachtsgefühl gegenüber.

Woran liegt das?

Bela Mutschler:

Das ist richtig! Die Digitalisierung überrennt unsere Gesellschaft, Unternehmen und jeden Einzelnen von uns mit unvorstellbarer Dynamik und Wucht. Ein Ohnmachtsgefühl ist hier kaum verwunderlich, gerade in diesen „What-the-Fuck?“-Momenten, wenn wir wieder von irgendeiner verrückten, neuen Anwendung oder einem innovativen, krassen Geschäftsmodell hören. Dieses Ohnmachtsgefühl hat dabei aber wenig damit zu tun, dass die Digitalisierung oder das Internet „Neuland“ sind. Tatsächlich ist die Digitalisierung nicht neu. Genau so wenig wie das Internet, das in drei Jahren immerhin seinen 30ten Geburtstag feiert. Das was dieses Ohnmachtsgefühl auslöst ist vielmehr die Geschwindigkeit, mit der sich die Dinge entwickeln. Um 50 Millionen Menschen zu erreichen, brauchte es für das Telefon 50 Jahre, für das Fernsehen 22 Jahre, für Handys 12 Jahre, für das Internet 7 Jahre, für Facebook 3 Jahre und für Pokemon Go 19 Tage. Die Geschwindigkeit des technologischen Fortschritts ist es, die uns regelmäßig aus den Latschen haut. Das was wir heute kennen und an was wir uns gerade erst gewöhnt haben, ist oft schon morgen veraltet oder out.

Moritz Haag:

Worauf müssen wir uns einstellen?

Bela Mutschler:

Digitalisierung bedeutet immer stärker eine möglichst umfassende und intelligente Verarbeitung von Daten. Natürlich und vor allem eben auch von personenbezogenen Daten. Digitalisierung bedeutet deswegen schon heute, aber zukünftig noch viel mehr die Digitalisierung des Menschen. Ein Beispiel: Über 80% Prozent aller Deutschen zwischen 18 und 29 haben schon mindestens einmal ihr Essen fotografiert und online geteilt. So kommen Millionen von Fotos zusammen, die Auskunft über unser Essverhalten geben. Unternehmen wie Google arbeiten bereits an Anwendungen, die anhand eines Fotos ermitteln, welches Gericht auf einem Foto abgebildet ist, wie viele Kalorien das abgebildete Essen hat oder welche guten und weniger-guten Inhaltsstoffe in ihm enthalten sind. Kann man Letzteres ermitteln, werden natürlich Rückschlüsse darauf möglich, ob sich ein Nutzer gesund oder weniger gesund ernährt. So können aus vermeintlich harmlosen Bildern unter Umständen bald Schlussfolgerungen gezogen werden, die uns heute beim Teilen entsprechender Fotos nicht klar sind, die aber Versicherungskonzerne zum Beispiel brennend interessieren!

Daneben gibt es auch im Bereich Robotik viele spannende, teilweise fast beängstigende Entwicklungen. An Staubsaugerroboter und Mähroboter haben wir uns ja schon gewöhnt. Mittlerweile gibt es aber auch Roboter die Häuser bauen, Roboter die operieren, Roboter die auf zwei Beinen laufen und sogar auf unebenem Grund rennen können. Auch von den fliegenden Drohnentaxis, die schon in wenigen Jahren Menschen in Dubai transportieren sollen, haben vielleicht einige schon gehört oder gelesen.

Moritz Haag:

Viel wird auch über die Auswirkungen der Digitalisierung auf unseren Arbeitsmarkt diskutiert. Über eine sich abzeichnende technologische Arbeitslosigkeit. Wie siehst du dieses Thema?

Bela Mutschler:

Klar ist: Maschinen unterstützen zukünftig nicht mehr nur die Automatisierung einfacher Aufgaben und Arbeitsabläufe, sondern werden zu lernenden Systemen, die ähnlich wie das menschliche Gehirn funktionieren. Dadurch betrifft der durch intelligente Maschinen ausgelöste Strukturwandel immer größere Teile des Arbeitsmarktes. Der Arbeitsmarkt und die Gesellschaft als Ganzes werden sich verändern müssen, um die durch Smart Machines ausgelösten Veränderungen nachhaltig abzufangen. Manche, zugegebenermaßen extrem pessimistische Studien gehen davon aus, dass ab 2030 bis zu 90% aller Arbeitsplätze durch Smart Machines und neuartige Assistenzsystemen gefährdet sind. Andere Studien sagen dagegen, dass im gleichen Atemzug, wie Arbeitsplätze wegfallen, neue Jobs entstehen. In jedem Fall wird die Deindustrialisierung voranschreiten. Der Anteil produzierender Betriebe an der Gesamtwirtschaft wird abnehmen. Der Anteil des Dienstleistungsbereichs wird steigen. Wie das am Ende ausgeht, ist noch nicht seriös abschätzbar. Es kann so oder so laufen.

Moritz Haag:

Ausgelöst durch die Diskussionen um die technologische Arbeitslosigkeit wird zuletzt auch intensiv über das bedingungslose Grundeinkommen diskutiert. Wie ist das mit dem bedingungslosen Grundeinkommen? Verrückte Idee oder bedenkenswertes Konzept?

Bela Mutschler:

Die Sache mit dem bedingungslosen Grundeinkommen ist nicht so einfach. Nicht umsonst gibt es hier schon viele dicke Wälzer, die das Thema umfassend und im Detail beleuchten. Eine einfache Antwort gibt es nicht. Ich glaube in jedem Fall, dass das Thema nicht reflexartig abgekanzelt werden sollte. Ich persönlich bin sogar überzeugt, dass es am Ende gar keine andere Option geben wird, denn es wird einfach nicht mehr genug bezahlte Jobs geben. Auch Silicon-Valley-Größen wie Elon Musk oder Dax-Chefs wie Timotheus Höttges und Joe Kaeser sehen das bedingungslose Grundeinkommen kommen. Aber natürlich bleiben die konkrete Ausgestaltung und die Details genau zu überlegen. Das wird dauern.

Exkursion zu Actico


Exkursion zu Actico

Am 24.04.2018 unternahm der Fachbereich Wirtschaftsinformatik unter Begleitung von Prof. Dr. Bela Mutschler und WI-Mitarbeiter Moritz Haag eine Exkursion zu Actico. Als Softwarehaus aus der Bodenseeregion bietet Actico vor allem Softwarelösungen im Finanzbereich, insbesondere im Bereich des Decision Management und Business Rules Management. Um 10 Uhr wurden die Studenten bei Actico empfangen und anschließend gab Volker Großmann, CTO von Actico, den Studenten einen ersten Überblick über das Unternehmen und dessen Geschäftsfelder.

Im Anschluss hörten die Studenten noch zwei weitere Vorträge. Zunächst gab ein Senior Developer Einblicke in den Alltag eines Software-Entwicklers. Anschließend zeigte mit Sabrina Merle eine ehemalige Wirtschaftsinformatik-Studentin, die inzwischen Lead Consultant ist, wie Actico-Software beim Kunden zum Einsatz kommt und dort implementiert wird.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen wurde den Studenten in einer Case-Study das Entwickeln nach agilen Methoden näher gebracht.

Als Abschluss des Tages wartete auf die Studenten ein kreatives Code-Rätsel, bei dem die Studenten in kleineren Teams gegeneinander antraten. Als „King oft the hill“ gab es für das beste Team sogar etwas zu gewinnen.

Der Fachbereich Wirtschaftsinformatik bedankt sich an dieser Stelle bei Actico für den sehr gut organisierten und für die Studenten sicherlich sehr lehrreichen Tag.